Maggie und die Stadt der Diebe von Patrick Hertweck





Preis:  14,99 €
Format:  Gebunden
Seitenanzahl:  304
Genre:  Abenteuer/Kinderbuch
Verlag:  Thienemann
ISBN:  3522184033
Altersempfehlung: 11
Muss ich haben!



New York, 1870. 

Kalt und düster ist es in den Slums von Manhattan. Ziellos irrt Maggie durch schmutzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer bringen: der sagenumwobene Herrscher über die New Yorker Unterwelt. Atmosphärisch und fesselnd - ein brillant geschriebenes Erstlingswerk in der Tradition von Rowling und Funke.




Übrigens: 
Das Buch ist heute - am 13.07.2015 erschienen. Eine Neuerscheinungsvorstellung zu Maggie und die Stadt der Diebe findet ihr auch auf unseren Partnerblogs Fantasiejunky und Julias Lesewelt, mit denen ich in diesem Projekt zusammengearbeitet habe. Auch weiterhin werden wir Neuerscheinungen von deutschen Autoren unter die Lupe nehmen. Seid gespannt ;)




Patrick Hertweck, geboren 1972, bereiste nach dem Abitur mit dem Fahrrad viele Gegenden Europas, arbeitete danach im Management eines Medienunternehmens und beschloss irgendwann, seine heimliche Passion zum Beruf zu machen. Seither lebt und arbeitet der Vater von drei Söhnen als freier Schriftsteller in Freiburg im Breisgau.

Maggie und die Stadt der Diebe ist sein Erstlingswerk, er arbeitet allerdings schon an seiner neuen Geschichte. Auch in dieser wird wieder ein Mädchen im Fokus stehen, wie er mir verraten hat. Wenn ihr den äußerst menschlichen und sympathischen Autor selbst verfolgen wollt, dann lasst ihm doch ein "Gefällt mir" auf seiner Autorenseite auf Facebook.
                                                            Bildquelle: Verlag Thienemann-Esslinger




Maggie und die Stadt der Diebe ist ein Kinderbuch, mit atemberaubend schönem Cover. Ein echter Blickfang und der Grund, warum ich überhaupt erst auf das Buch an sich und vor allem den Autor aufmerksam wurde. Einige Freunde auf Facebook haben dem Autor nämlich ein "Gefällt mir" auf seiner Autorenseite gelassen, was mir Facebook auch prompt erzählte. So kam es, dass auch ich ihrem Beispiel folgte und auf diesen Wege mit dem Autor in Kontakt kam. Patrick Hertweck ist ein äußerst sympathischer Autor und deshalb bin ich besonders froh, sein Erstlingswerk gelesen zu haben. 

Ich liebe es, Bücher deutscher Autoren zu lesen. Es fühlt sich einfach ganz anders an, die Sprache zu erleben. Worte vor Augen zu haben, die man nur noch in Büchern findet. In Erzählungen, in Geschichten. Auch das hat Patrick Hertweck in seinem Buch gemacht: Worte verwendet, die wir im alltäglichen Sprachgebrauch nicht nutzen. Allerdings waren diese besagten Worte doch für mich in ihrer Bedeutung nicht fremd und auch für Kinder sollten sie kein Problem darstellen. Die Wortwahl gab der Geschichte um Maggie, die 1870 in New York spielt zudem Glaubwürdigkeit mit. 

Noch mehr Glaubwürdigkeit vermittelt aber die bildhafte Beschreibung Patrick Hertwecks und die Art, wie er im Kopf des Lesers Kulissen malt. Meiner groben Vorstellung, die ich im Vorfeld vom New York 1870 hatte, gab er feste Konturen, Ecken und Kanten. Während der 304 Seiten, in denen die Geschichte von Maggie erzählt wird, fühlte ich mich, wie in einer anderen Welt. Oder besser gesagt: In einer anderen Zeit. Es war ein Abenteuer, das ich in der Vergangenheit mit einer aufgeweckten, frechen Protagonistin erleben durfte. 

Maggie an sich, ist ein Waisenkind, das entführt wurde und vom Dorf in die Stadt New York verschleppt wurde. Warum, das weiß sie nicht. Mit Müh und Glück allerdings, konnte sie sich aus den Fängen ihrer Widersacher befreien und traf daraufhin unverhofft auf die Diebesbande 40 Little Thieves. Die nahmen sie prompt in ihre Reihen auf, auch wenn ihr Oberhaupt, der kleinwüchsige, alte Herr "Goblin" scheinbar so seine Problemchen damit hatte.

Besonders gut, gefielen mir aber anfangs die kleinen Diebe, die sich um Goblin versammelten. Das wären an der Zahl vier, fünf wenn man den Hund auch mitzählen möchte. Vor allem Silence hat es mir angetan, denn sie ist stumm und trotz der Tatsache, dass Maggie und die Stadt der Diebe wunderschöne Dialoge beinhaltet, kommt Silence ganz ohne aus. Nur durch simples Kopfnicken, ihre Taten und ihre liebevolle Art mit Shylock, dem Hund umzugehen, vermittelt der Autor dem Leser Silence' liebenswürdigen Charakter. Auch Bismarck, einem vorlauten, kleinen Rabauken wurden so seine Eigenheit mitgegeben. Das gelang Patrick Hertweck ganz einfach, indem er Bismarck seine eigene Note in den Dialogen verlieh. Eine etwas saloppe, lockere Art - die Worte umgangssprachlich darzustellen. Einfach "halt so wie mans spricht". Allgemein, finde ich die Dialoge sehr passend. Denn auch sie ziehen den Leser in die Zeit der Straßengangs und in die Welt des New Yorks um 1870.

Die Geschichte selbst, beginnt, wie bereits erwähnt mit der Flucht von Maggie vor ihren Entführern. Damit steht der Leser schon vor dem ersten Rätsel. Weshalb wurde Maggie überhaupt entführt? Und von wem? Das soll es aber noch lange nicht gewesen sein. Immer wieder passieren Dinge, wenn auch nur in Maggies Gedanken, die den Leser mit Fragen zurück lassen. Doch nun keine Angst: Gegen Ende bekommen Maggie und auch der Leser, die langersehnten Antworten auf diese Fragen.

Auf den letzten Seiten nimmt Maggie und die Stadt der Diebe nochmal ordentlich Fahrt auf. Immer dann, wenn ich dachte ich kann nun kurz durchatmen und mich zufrieden zurücklehnen, weil alles so gelaufen ist, wie ich es mir erhoffte, kam es ganz anders. Die Geschichte wechselte stets zwischen Glückseeligkeit und absoluter Trauer. Teilweise habe ich gegen Ende sogar feuchte Augen gehabt.

Ich genoß meine Zeit mit Maggie und finde, dass dieses Buch sehr wohl von Kindern UND Erwachsenen gelesen werden kann. Ein echtes Abenteuer für Groß und Klein sozusagen, das jede Menge Überraschungen offen hält. Ich hatte eine wundervolle Zeit im Jahre 1870, in der ich mich als Teil der 40 Little Thieves gesehen habe. Mein erster Gedanke, als ich das Buch gesehen habe galt damals Oliver Twist. Diese Geschichte steht der von Oliver in keinster Weise nach. Deshalb wird auch das nächste Werk von Patrick Hertweck hier mit Sicherheit einziehen! 





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